Viele Familien kommen in die Niederlande, weil einer der Eltern dort Arbeit gefunden hat. Zumindest ein Teil der Familie spricht kein Niederländisch. Anfangsprobleme sind fast vorprogrammiert: alles ist fremd, Freunde hat man noch nicht, der Ehepartner hat oft keine Arbeit und fühlt sich - zumindest wenn keine Kinder da sind - unterfordert oder gar nutzlos.
Die deutschsprachige Gemeinde ist ein bißchen "zu Hause". Man versteht die Predigt, singt bekannte Lieder und trifft Menschen, die oft die gleichen Probleme haben wie man selbst. Man hilft sich gegenseitig und baut so eine Brücke. Für manche ist dies ein hilfreicher "Überbrückungsschritt" zur Eingliederung. Für andere, die oft nur ein bis fünf Jahre bleiben, ist es eine Brücke für die ganze Zeit die sie in den Niederlanden sind.
Auch für Urlauber ist die deutschsprachige katholische Gemeinde da. Ganz nah am Strand und Touristenzentrum Scheveningen gelegen, bietet sie die Möglichkeit im Urlaub normal zum Gottesdienst zu gehen. Ohne vorher suchen zu müssen welche der vielen Kirchen vor Ort katholisch oder überhaupt noch Kirchen sind - die "Grote Kerk" ist zum Beispiel heutzutage ein Ausstellungsraum.
Sich ausgrenzen?
Nein, das wollen wir nicht. Sicherlich macht man einmal einen Scherz über die Dinge, die einem hier fremd sind. Aber das ist eigentlich nur lieb gemeint oder im schlimmsten Falle einmal Problembewältigung. Wir kommen aus allen möglichen Ländern und haben in allen möglichen Ländern gelebt. Uns liegt die Völkerverständigung am Herzen. Wer heute noch Grenzen sucht, wo keine sind, der handelt nicht in unserem Sinne.
