Die Grenzen des Gleichgewichtes

Die nicht Farbe weiss

Illusionen von Raum

 

Optische Reliefs in warmer Umarmung.

 Bildende Kunst.

 Das was in den Sechzigern Jahren entwickelt wurde als des Erbe Mondriaans, scheint in den Neunzigern noch springlebendig. Die abstrakte Geometrie, der Stil der Kuehlen Formgebung von Lienien, Flaechen und Inhalt, war nie weg., obwohl er in den vergangenen Jahren fast untergegangen schien in das Interesse fuer mehr bewegten Malereiarten. Das " Hard Edge " eine vitale Antwort zu finden weiss auf das was von vielen als in einer Sackgasse geratene Entwicklung betrachtet wird, ist in den Werken von Yahya Youssef zu sehen. In einer ueberzeugenden ausstellung in Arnheim beweist er dass die Kuehle Geometrie einen emotionalen Weg einschlagen kann. In den Sechzigern Jahren war die abstrakte Geometrie eine Reaktion auf den damaligen mit soviel Aufhebens dargestellten abstrakten Expressionismus, in dem der Vernunft zugunsten eines viel romantischern Weltbildes ausgeschaltet wurde. Die abstrakte Geometrie, basiert auf das Gleichgewicht, das die Geometrie so kennzeichnet, griff zuruek auf die ideen Mondriaans und van Doesburg.. Sie brachte die Verwendung des Lineals und Zirkels wieder auf dem Zeichentisch zuruek. Und bevorzugte besonders eine Logische Kunstform.. Vordermaenner wie Ad Dekkers, Joost Baljeu und Bob Bonies erschufen in kuerzester Zeit ein neues Vokabular an Formen, von denen man sich bald fragte wann der Fluss an Bildern austrocknen wuerde. Eine solch beschraenkte Formensprache, die nicht weiterging als die erschoepfende Verarbeitung von Dreieck und Kreis, oder im dreidimensionalen Raum von Wuerfel und Kugel, mueste doch irgendwann ein Ende haben.. Mondriaan selber war kurz vor seinem Tode praktisch dem Glauben abtruennig geworden, dadurch dass er von der konkreten Erscheinungsform abwich. (naemlich Viereck und Linie, die ausschliesslich auf sich selber zeigten) und sich wieder inspirieren liass durch Anletungen die ausserhalb des flachen Flaeches lagen. Diese letzte Phase in seinen Arbeiten ist von Dekkers eigentlich nie aufgefasst worden; sie konzentrierten sich mehr auf Fragen die Mondriaan innerhalb der Flaeche liegengelassen hatte.

 In einer Entwicklung, die er schon etwa seit zwanzig Jahren auf verschiedenen Ausstellungen in den Niederlanden gezeigt hat, bringt Youssef seine Treue an die Ideen Mondriaans und andere Mitglieder der "Stijl " zum Ausdruck, ohne das man von Nachahmung sprechen kann: manchmal gestatten optische Illusionen Zutritt zu seinen Werken , als loesung eines bewusst hervorgerufenen Gegensatzes von hell und dunkel, schwarz und weiss, hoch und tief, das Ganze resultierend im Gegensatz "sichtbar und unsichtbar". Als Loesung dieses illusionaeren Spieles ist es ihm sogar gelungen ein neues Druckverfahren zu entwickeln, das er "Bas-Relief" nannte, eine umgekehrte Form von Hochdruck, die ihm Moeglichkeiten bot um die Illusion optimal zu konkretisieren. In seinem neuen Werk verwendet er das "Bas-Relief" ungekuerzt, aber es ist nicht mehr zentral. Es ist eines seiner Stilmittel geworden, mit dem er immer noch eine Antwort auf die Frage geben moechte, wie die Form sich im Raum verhaelt., naemlich dort wo die Form sich als eine Flaeche manifestieren kann, scheint diese im Wesen dreidimensional zu sein.. Youssef verwendet fuer seine Formensprache immer noch schlichte Gegeben wie Dreieck, Raute und Trapez. Sie sehen jedenfalls so aus, denn Youssef vollendet die Formen lange nicht immer. Ein Dreieck kann abrupt aufhoeren, ein Viereck verschwindet hinter dem Horizont, so dass es mehr wie ein unregelmaessiges Dreieck erscheint. Dieses Hervorrufen und verschwinden erzielt er dadurch das er die Formen in einem Rahmen stellt der die Reihe nach als Kontrastform und Umrandung wirkt.

 Innerhalb dieses Rasterwerkes spielt die Form keine richtige Hauptrolle, es geht mehr um ein Zusammenspiel-oder Kontrast mit dem Rahmen. In dieser Hinsicht ist die Farbe die Youssef dem Rahmen gibt von durchschlaggebender Interesse. Ein warmes dunkelrot-oder Kobaltblau ist massgebend fuer die weitere in klarem weiss gesetzter Flaeche. Die nachdrueckliche Verwendung der Nichtfarbe weiss, schwarz oder grau, die durchgebend fuer eine viel neutralere Ausstrahlung sorgte, ist verschwunden. Die heutigen Farben bestimmen vielmehr die Sphaere in der sich das Gemaelde abspielt, man koennte von einer erhoehten Temperatur sprechen.

Diese Objekten fragen danach um angefasst zu werden, sie machen den Kontrast sehr greifbar. Auch in den Gemaelden ist Schluss mit der kuehlen Annaeherung. Dort werden nahezu identische Formen mit einer tiefen gesaettigten Farbe neben einem Gegenstueck in einem blassen Ton abgebildet. Die Ratio macht Platz fuer warmes Einleben.

 Cees Straus (Trouw)


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